Was sind Windpocken?
Windpocken werden durch ein Virus namens Varizella-Zoster verursacht. Es verursacht einen charakteristischen Krankheitsverlauf, der typischerweise mit leichtem Fieber, Müdigkeit und Unwohlsein beginnt - und kurz darauf mit den bekannten roten Flecken mit Bläschen, die heftig jucken.
Die meisten Menschen bekommen die Windpocken im Kindesalter, und die Krankheit verläuft in der Regel mild. Sobald die Krankheit vorüber ist, ist man lebenslang immun. Das Virus bleibt jedoch im Körper und kann später im Leben eine Gürtelrose verursachen - einen schmerzhaften Ausschlag.
Windpocken sind hoch ansteckend, und es ist nicht ungewöhnlich, dass fast ganze Kindergartengruppen gleichzeitig erkranken.
Wann sind Windpocken ansteckend?
Windpocken sind bereits 1-2 Tage vor dem Auftreten des Ausschlags ansteckend, und zwar so lange, bis alle Bläschen ausgetrocknet und mit Schorf bedeckt sind. Das bedeutet, dass man andere anstecken kann, bevor man merkt, dass man krank ist - das ist einer der Gründe, warum sich die Krankheit so leicht ausbreitet.
Die gesamte Infektionszeit dauert oft 7-10 Tage. Man kann also fast zwei Wochen lang ansteckend sein, auch wenn man sich nur ein paar Tage lang krank fühlt.
Deshalb ist es wichtig, darauf zu achten, wenn jemand aus dem sozialen Umfeld Ihres Kindes an Windpocken erkrankt - vor allem, wenn Sie Kontakt zu Risikopersonen haben.
Wie werden die Windpocken übertragen?
Windpocken werden sowohl über die Luft als auch durch direkten Kontakt mit der Flüssigkeit aus den Bläschen übertragen. Das bedeutet, dass man sich anstecken kann, auch wenn man den Erkrankten nicht berührt - es reicht schon, wenn man sich im selben Raum aufhält, vor allem, wenn er hustet oder niest.
Das Virus ist hochgradig ansteckend und kann lange Zeit in der Luft hängen. Daher ist es fast unmöglich, eine Ansteckung zu vermeiden, wenn man sich in unmittelbarer Nähe eines Erkrankten aufhält.
Auch der Kontakt mit den Bläschen - z. B. durch Hände, Spielzeug oder Kleidung - kann zu einer Infektion führen.
Wann kann das Kind in die Kindertagesstätte zurückkehren?
Das Kind sollte erst in die Kindertagesstätte zurückkehren, wenn alle Bläschen eingetrocknet und mit Schorf bedeckt sind. Dies geschieht in der Regel 5-7 Tage nach Beginn des Ausschlags, kann aber von Kind zu Kind variieren.
Auch wenn das Kind gesund ist und kein Fieber mehr hat, ist es wichtig, diese Regel einzuhalten. Erst wenn die Bläschen abgeheilt sind, ist das Kind nicht mehr ansteckend.
Dies ist ein wichtiger Weg, um andere Kinder zu schützen - insbesondere Säuglinge, Schwangere und Kinder mit geschwächtem Immunsystem -, die an Windpocken schwer erkranken können.
Können Erwachsene Windpocken bekommen?
Ja, auch Erwachsene können Windpocken bekommen, wenn sie sie als Kind nicht hatten. Tatsächlich verlaufen Windpocken bei Erwachsenen oft schwerer, mit hohem Fieber, einem stärkeren Ausschlag und einem erhöhten Risiko von Komplikationen wie Lungenentzündung.
Wenn Sie als Erwachsener nicht sicher sind, ob Sie Windpocken hatten, kann Ihr Arzt einen Bluttest machen und feststellen, ob Sie immun sind. Wenn Sie dem Virus ausgesetzt waren und nicht geschützt sind, kann eine Impfung oder eine vorbeugende Behandlung sinnvoll sein.
Kann man sich gegen Windpocken impfen lassen?
Ja, es gibt einen wirksamen Impfstoff gegen Windpocken. Sie wird jedoch nicht routinemäßig für alle Kinder in Dänemark empfohlen, kann aber auf Wunsch verabreicht werden - insbesondere, wenn Sie eine Erkrankung in der Familie vermeiden oder sich vor einer geplanten Schwangerschaft schützen wollen.
Der Impfstoff kann auch zur Vorbeugung innerhalb von 72 Stunden nach der Exposition verabreicht werden. Dadurch kann der Schweregrad der Krankheit verringert oder ihr Ausbruch ganz verhindert werden.
Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie eine Impfung in Erwägung ziehen - dies gilt sowohl für Kinder als auch für Erwachsene, die die Krankheit noch nicht durchgemacht haben.
Wer sollte besonders aufmerksam sein?
Für die meisten Menschen sind Windpocken eine milde Kinderkrankheit - aber nicht für alle. Es gibt Gruppen, bei denen die Krankheit einen schweren Verlauf nehmen kann:
- Schwangere Frauen, insbesondere im ersten und dritten Trimester
- Neugeborene, die noch keine Immunität aufgebaut haben
- Menschen mit geschwächtem Immunsystem, z. B. aufgrund einer Krebsbehandlung oder von Krankheiten wie HIV
Diese Personen sollten den Kontakt mit Windpockeninfizierten meiden, und wenn die Gefahr einer Ansteckung besteht, sollten Sie sich sofort an Ihren Arzt wenden, um sich untersuchen und gegebenenfalls behandeln zu lassen.
Wann sollten Sie einen Arzt aufsuchen?
Obwohl Windpocken in der Regel komplikationslos verlaufen, gibt es Situationen, in denen es wichtig ist, einen Arzt aufzusuchen:
- Wenn das Kind mehr als drei Tage lang hohes Fieber hat
- Wenn sich die Blasen entzünden, anschwellen oder Eiter absondern
- Wenn das Kind sehr lethargisch wird, sich weigert zu trinken oder verwirrt wirkt
- Wenn Sie schwanger sind und mit einer Person mit Windpocken in Kontakt gekommen sind
Der Arzt kann beurteilen, ob eine Behandlung oder zusätzliche Beobachtung erforderlich ist.